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Für Trainer

Währenddessen der künftige Einradfahrer ca. 20 Minuten im Barren verbracht und sich dort vielleicht gelangweilt hat, lernte sein Gehirn, wie man auf einem Rad im Stehen die Balance hält.

In den dann kommenden 15 Minuten sollte der oder die Lernende nicht sich selber überlassen bleiben. Das Lernen erfolgt unbewusst. Genauso unbewusst könnte auch Falsches gelernt werden.

Wichtig ist, dass der Lernende das Gefühl hat, sicher gehalten zu werden. Mit beiden Händen wird er deshalb nun verbindlich am Arm festgehalten. Er selber sollte sich am Trainer nicht festhalten können. Nach und nach, mit zunehmendem Lernerfolg, soll die Hilfe ja verringert werden. Eine noch angstvoll festklammernde Hand bekäme der Trainer aber nicht gelöst

Das Lernen gelingt am Schnellsten, wenn ständig das Können rückgemeldet wird. Zu diesem Zweck wird der Arm fest mit Druck gehalten. Sollte der Lernende in diesem Fall sicherer und damit entspannter werden, lockert sich für sie sofort erkennbar der Griff des Trainers. Unsicherheiten, d. h. meist Verspannungen bemerkt er so sofort am festeren Griff.

Generelle Verstärker, wie „gut“, „richtig“, „genau so“ ergänzen ständig die Informationen über den Lernfortschritt.

Der Lernende muss am Anfang

  1. auf das Balancieren auf dem Einrad,

  2. das gleichmäßige ununterbrochene Treten der Kurbel und
  3. auf eine Mindestgeschwindigkeit achten.

Das überfordert natürlich. Deshalb wird erst Balancieren, dann Balancieren und gleichmäßiges Treten und dann zusätzlich noch die Geschwindigkeit geübt.

Nach drei bis vier Hallenlängen genügen fast immer schon das Festhalten mit einer Hand, dann mit stark gelockerter Hand und schließlich nur noch das Halten am kleinen Finger. Die zweite Hand des Trainers ist jederzeit in der Lage, wieder vollen Halt zu gewährleisten

Einige Empfehlungen noch zum Schluss:

Verzichten sie als Trainer darauf, auf Fehler hinzuweisen. Dies kann leicht als Tadel verstanden werden und würde zu Verspannungen führen. Nur auf jeden neuen kleinen Erfolg wird hingewiesen.

Der Trainer sollte humorvoll mit ruhiger Stimme das Lernen begleiten.

Arbeiten sie sowohl bei Jüngeren als auch Erwachsenen viel mit Vergleichen und Bildern. Diese sind in der Regel bereits mit Bewegungsvorstellungen besetzt und brauchen nicht erst von der Sprache her im Gehirn transferiert werden. So wäre „sitz gerade“ bei einem Kind schwer umzusetzen. Sitz „wie eine hochnäsige Prinzessin“ würde dagegen sofort die Idealeinradsitzhaltung auslösen.

Ach ja, noch etwas, jede Trainingsstunde hört mit einem, wenn auch noch so kleinem, Lernzuwachs, der auch mitgeteilt wird, auf.

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